Make America Red Again
2025
Holz. Feuer, Ruß, Acryl, 61 x 110 cm
Valor, Purity, Justice, Vigilance, Perseverance, Innocence, Hardiness
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© VG Bildkunst

make america red again
Make America Red Again
2025
Holz. Feuer, Ruß, Acryl,61 x 110 cm
Ausstellung Berchtold-Villa, Salzburg, Österreich

© VG Bildkunst

Das Kunstwerk präsentiert sich als ein aus schwarz verbranntem Holz gefertigtes, an die amerikanische Flagge erinnerndes Relief – ohne Farbe, ohne Glanz, ohne Bewegung.

Das Verkohlte nimmt dem vertrauten Symbol seine Lebendigkeit und ersetzt sie durch eine stille, fast beklemmende Starre. Was einst für Freiheit, Vielfalt und Hoffnung stand, erscheint hier wie ein Relikt, gezeichnet von Zerstörung oder bewusster Auslöschung.

Von den insgesamt dreizehn charakteristischen Stripes der Flagge sind in jeden zweiten die Worte Justice, Perseverance, Innocence, Hardiness, Valor, Purity und Vigilance eingraviert. Diese Begriffe, traditionell mit Tugenden und moralischen Idealen verbunden, repräsentieren die ursprünglichen Farben Weiß, Rot und Blau.
Ihre Bedeutung ist nicht aufgehoben, sondern in Frage gestellt. Das verbrannte Holz wird so zur Metapher für den Zustand eines politischen Systems im Verfall. Die Oberfläche ist rau, rissig, von Hitze gezeichnet.
In diesem Kontext stehen die eingravierten Wörter nicht mehr für gelebte Werte, sondern für Ideale, die zunehmend unter Druck geraten oder bereits beschädigt sind.

Die Arbeit lässt sich als kritischer Kommentar zur fortschreitenden Erosion demokratischer Prinzipien lesen.

Begriffe wie Gerechtigkeit (Justice) und Wachsamkeit (Vigliance) erscheinen hier nicht mehr als Selbstverständlichkeiten, sondern als fragile Konstrukte, die verteidigt werden müssen.
Sie verweist auf Entwicklungen hin zu politischem Despotismus, auf die schleichende Aushöhlung von Grundrechten und auf autoritäre Tendenzen.

Gleichzeitig zwingt das Werk zur Reflexion: Sind diese Werte noch intakt, oder existieren sie nur noch als leere Gravuren in einer verkohlten Hülle?

In seiner stillen Radikalität verzichtet das Kunstwerk auf direkte Anklage und setzt stattdessen auf Verdichtung: Material, Form und Sprache verschmelzen zu einem eindringlichen Bild politischer und gesellschaftlicher Fragilität.